Kinesio-Tape

Hilfe bei Verspannungen, Schmerzen und Verletzungen. Der Umgang mit kinesiologischem Tape (oft auch Kinesio-Tape, Physio-Tape oder Medi-Tape genannt) gehört mittlerweile zur Grundausbildung jedes Physiotherapeuten.
Trotz der Tatsache, dass die Wirksamkeit des “Tapens” noch nicht wissenschaftlich bestätigt ist, findet es häufig Anwendung im Reha- und Sportbereich.
Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Techniken (“Taping”) und Anwendungsmöglichkeiten von medizinischem Tape, Stripes oder Tape Bändern. Tutorials und Videos unterstützen den interessierten Leser.

Der Markt bietet mittlerweile eine Fülle an Auswahlmöglichkeiten. Sowohl das Preisniveau als auch die Qualität der einzelnen Anbieter unterscheiden sich jedoch stark. Wir versuchen hier die Spreu vom Weizen zu trennen und eine Marktübersicht zu geben.

Kinesio-Tape Übersicht

Kinesio-Tape

Kinesio-Tape

Basiswissen Kinesio-Tape

Was ist überhaupt kinesiologisches Tape?
Hierbei handelt es sich um ein selbstklebendes, elastisches, textiles Material auf das ein spezieller Kleber (meist Polyacrylat) aufgebracht ist.
Kinesio-Tape kann bei guter Hautverträglichkeit 3-5 Tage getragen werden. Einige Tape Verbände halten sogar bis zu zwei Wochen. Wenn das Kinesio-Tape anfängt zu jucken oder schmerzen, die Bewegung einschränkt oder ein roter Saum um das Tape auf der Haut zu sehen ist, sollte es jedoch sofort entfernt werden.
Je nach Taping Technik lassen sich unterschiedliche Wirkungen erzielen.
Kinesio-Tape Streifen lassen sich in der Regel um 30-40% dehnen. Manche Hersteller geben sogar eine Dehnungsfähigkeit von bis zu 80 % an.

Wer sich hier in Deutschland tapen lässt, wird in vielen Fällen eine, an die unsrige Schulmedizin angepasste, Behandlung bekommen. Hierbei wird das Taping um Wissen der Schulmedizin erweitert, damit den Sportlern und Patienten bei diversen Beschwerden die bestmögliche Unterstützung zuteil wird.

Grundsätzlich wird in vier verschiedene Anlagetechniken unterschieden:

    • Muskelanlagen, Ligamentanlagen
      • für Sehnen
      • für Bänder
    • Korrekturanlagen
      • Faszienkorrektur
      • funktionelle Korrekturanlage
    • Lymphanlagen

In der ursprünglichen Kinesio Taping®, oft auch als “K-Taping” bezeichneten, Lehre nach dem Erfinder Kenzo Kase werden vor der eigentlichen Behandlung eine Reihe von Test durchgeführt. Die Schulmedizin hat hierfür normalerweise weder ausreichend Zeit noch genügend therapeutische Erfahrung um die ursprüngliche Technik zu verwenden. Aus diesen Gründen wird in der Schulmedizin oft ein anderer Begriff gewählt wie Pain Relief Technique, Medi-Taping, Physiotaping oder Dolo-Taping. Es scheint als käme jedes Jahr ein weiterer Begriff hinzu.

Kinesio-Tape Farben

Die Auswirkungen der verschiedenen Farben eine Tapes sind rein psychologischer Natur. Das Material unterscheidet sich technisch gesehen bis auf die Farbe nicht.

Folgende Bedeutung wird den Kinesio-Tape Farben zugesprochen:

  • Weiß, grau, braun und schwarz gelten als neutral, neutralisierend
  • Gelb, orange, pink und rot gelten als anregend, wärmend
  • Die Blau- und Grüntöne gelten als kühlend, ausgleichend, beruhigend

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Behandlungsbereiche des Kinesio-Tapes

Kinesio-Tapes werden insbesondere bei körperlichen Beschwerden oder Beeinträchtigungen verwendet. Oft erfolgt der Einsatz auch bei kleineren Blessuren wie Verspannungen. In der Regel geschieht dies im Rahmen einer Physiotherapie, aber auch Sportler setzten in den letzten Jahren vermehrt auf Tape.
Ein Überblick über Indikationen, Probleme und Symptome, die sich mit Hilfe von kinesiologischem Tape lindern lassen:

      • Allgemeine Verspannung
      • Sportverletzungen
      • Muskelzerrung
      • Verletzungen an Bändern
      • Verletzungen an Gelenken
      • Muskelverhärtung
      • Unspezifische Schmerzen
      • Bandscheibenvorfall
      • Verbesserung des Lymphabflusses zum Beispiel nach großen Operationen
      • Rheuma
      • Arthrose und Gelenkverschleiß
      • Muskelfaserriss
      • Tennisarm
      • Fersensporn
      • Kopfschmerzen
      • Stress, Burnout, Angst
      • Golferarm

Wirkung von Kinesio-Tape

Die Wirkung von kinesiologischem Tape ist bis heute noch nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen. Der Nachweis der ist aufgrund der verschiedenen Techniken und Krankheitsbildern schwierig zu führen. Kinesio-Tape ähnelt hier in vielen Bereichen den Erklärungsmodellen der Akupunktur. Es werden Energiebahnen, Meridiane und Faszien beeinflusst.
Nichtsdestotrotz verspüren viele Anwender eine Wirkung.
Positive Effekte sind:

      • Allgemeine Unterstützung der Gelenkfunktion
      • Beschädigtes Gewebe wird entlastet
      • Verbesserte Muskelaktivität und Muskelfunktion
      • Unterstützung und Entlastung von Bändern
      • Besserer Abfluss von Lymph-Flüssigkeiten
      • Beeinflussung des Muskeltonus

Gleichzeitig schränken die Streifen aufgrund ihrer Elastizität die Bewegungen nicht ein, bewegen leicht die Haut und massieren sie somit sanft.
Die Reizungen der Haut müssen über Nerven ins Rückenmark. Da der Reiz stärker und schneller als die Schmerzreize sind, hemmen sie damit die Schmerzweiterleitung und lindern den Schmerz.
Diese zusätzlichen Informationen werden außerdem vom Gehirn dazu verwendet das entsprechende Körperteil besser zu kontrollieren. Dadurch kommt es zur optimalen Anpassung der Spannung der Muskulatur und der Stabilität der Gelenke.

Das Zusammenspiel all dieser Faktoren ist maßgeblich für die positive Wirkung des Kinesio-Tapes verantwortlich.

Selbst Tapen

Da Krankenkassen in der Regel, aufgrund von der nicht eindeutig belegten Wirkung, eine Behandlung nicht übernehmen, wird es immer beliebter sich selbst eine Tapeverband anzulegen.
Für Privatanwender gibt es eine Hülle an Informationsmaterial sowohl in Buch als auch in diversen Formen im Netz. Hier haben wir einige Anleitungen erstellt. Derjenige, der das Tapen professionell erlernen möchte kann aus einem breiten Fortbildungsangebot bestehend aus Kursen, Schulungen, Aus- und Weiterbildungen. Ärzte, Orthopäden, Physiotherapeuten und Sportmediziner nutzen dieses Wissen insbesondere in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie manueller Therapie.
Viele Verletzungen benötigen zum korrekten Taping eine zweite Person.
Im Zweifel sollte man einen einen Experten kontaktieren, da ein falsch sitzender Tapeverband oft den gegenteiligen Effekt hat.

Bei der Selbstmedikation gelten die gleichen Risiken wie z.B. auf Wikipedia beschrieben.